Berlin - Die jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag, Gyde Jensen (FDP), wird mitunter nicht als Abgeordnete erkannt. Zu Beginn hätten sie andere Abgeordnete oft für eine Mitarbeiterin oder Praktikantin gehalten, sagt sie. „Ich bin damals in die Politik gegangen, weil ich fand, dass zu wenig junge Leute im Parlament sitzen und mitbestimmen“, sagte die 30-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Sie sitzt seit 2017 im Bundestag.

„Der Bundestag könnte deutlich jünger sein aus meiner Sicht.“ Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei rund 50 Jahren.
Vor allem die Debatte um den Klimaschutz habe gezeigt, dass die Jugend politisch ist und auch schon immer politisch war. „Diesen Moment sollten wir alle gemeinsam nutzen, vor allem auch die ältere Generation, zuzuhören, zu verstehen und dann möglicherweise Kompromisse daraus abzuleiten“, so Jensen.

Von Anhängern der Klimabewegung Fridays for Future fordert sie mehr Kompromissbereitschaft. Idealistische Forderungen seien gut, man müsse aber auch an umsetzbaren Lösungen arbeiten. Lauter Protest auf der Straße oder Millionen Klicks im Internet generierten Aufmerksamkeit, sagte Jensen. Die Frage sei dann aber, was man mit der Aufmerksamkeit macht. (dpa)