Junge Frau an Weiberfastnacht angegriffen: Polizei Köln nimmt Verdächtigen nach mutmaßlicher Vergewaltigung fest

Köln - An Weiberfastnacht wurden deutlich mehr Sexualstraftaten angezeigt als im Vorjahr, darunter vor allem Belästigungen und Nötigungen. Die Polizei ermittelt in 22 Fällen, 2015 waren es neun, davor zehn. Zwei der 22 Taten seien schwerwiegend, teilte die Polizei mit. Im ersten Fall war eine belgische Fernsehreporterin in der Altstadt vor laufender Kamera begrapscht worden; anhand der Fernsehbilder versucht die Polizei jetzt, den oder die Täter zu ermitteln.

Die andere Tat geschah am frühen Freitagmorgen gegen drei Uhr auf der Aachener Straße in der Innenstadt. Auf ihrem Heimweg sprach ein Mann eine junge Frau an. Er zeigte ihr angeblich Pornovideos auf seinem Handy. Plötzlich soll er der Frau einen Schlag ins Gesicht versetzt haben. Sie soll das Bewusstsein verloren haben. Als sie wieder zu sich kam, bemerkte sie, dass sie offenbar sexuell missbraucht, womöglich sogar vergewaltigt wurde.

Verdächtiger vorläufig festgenommen

„Es hat ein Sexualdelikt gegeben“, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Was genau vorgefallen ist, wird noch untersucht. Anhand der Schilderungen des Opfers gelang es der Polizei, einen Mann zu identifizieren, der für die Tat infrage kommen könnte. Es soll sich um einen 17 Jahre alten Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft handeln. Ermittler nahmen ihn vorläufig fest.

Der Heranwachsende werde derzeit vernommen, berichtete der Polizeisprecher. Ob er die Tat tatsächlich begangen habe, stehe noch nicht fest. „Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang“ Weitere Informationen gebe es womöglich im Laufe des Tages.

Die Polizei führt die gestiegene Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe vor allem auf eine „erhöhte Anzeigenbereitschaft“ zurück. Vermutlich sei die Bereitschaft, solche Vorfälle anzuzeigen, seit den Vorfällen in der Silvesternacht gestiegen, heißt es.