Kalifornien: Überlebender des Las-Vegas-Blutbads unter den Opfern

Thousand Oaks - Sie wollten feiern und wurden erschossen: Ein schreckliches Blutbad hat ein ehemaliger Soldat am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Bar in Kalifornien angerichtet. Zwölf Menschen erschoss der mutmaßliche Täter bei einer Country-Musik-Party im „Borderline Bar & Grill“ in Thousand Oaks, einem ruhigen Vorort der US-Metropole Los Angeles. Es waren überwiegend College-Studenten, die dort einen Tanzabend feierten.

Ein verwackeltes Video, auf dem Schreie und viele Schüsse zu hören sind, zeigte das Grauen der Tatnacht. Junge Augenzeugen beschrieben dramatische Szenen, wie sie um ihr Leben rannten und durch Fenster und Hinterausgänge entkamen. 

In den USA gehören solche Taten mittlerweile fast zum Alltag, allein in den vergangenen Monaten kam es zu mehreren tödlichen Angriffen. Besonders schrecklich war eine Attacke in Las Vegas Oktober 2017:  In der Glücksspielstadt hatte ein Mann von seinem Hotelzimmer aus das Feuer auf die Gäste eines Country-Festivals eröffnet. 58 Menschen starben, mehr als 850 wurden verletzt. Es war der schlimmste Massenmord in der US-Kriminalgeschichte.

Nun kommt heraus: Mehrere Musik-Fans, die den Angriff in Las Vegas überlebt haben, waren am Mittwochabend auch auf der Party in Thousand Oaks. Einer von ihnen, ein junger Mann, war laut Recherchen der  „New York Times“ dieses Mal unter den Todesopfern. „Er wurde gestern Abend im „Borderline“ getötet“, sagte die Mutter der Zeitung. „Er hat es durch Las Vegas geschafft, er kam nach Hause. Und gestern Abend ist er nicht nach Hause gekommen.“

Auch Nicholas Champion hatte das Blutbad von Las Vegas überlebt, wie die „New York Times“ schrieb. Als er am Mittwoch im „Borderline“ feierte, hatte er wieder Glück - der Fitness-Trainer kam erneut mit dem Leben davon. Wie er hätten sich Dutzende andere Überlebende von Las Vegas zum Zeitpunkt der Schießerei am Abend in dem beliebten Lokal von Thousand Oaks befunden, sagt Champion. Das „Borderline“, ein Treffpunkt für Country-Fans, sei zu einem Ort des Trostes für Überlebende von Las Vegas geworden, berichtete die „New York Times“. 

Warum der Täter die Menschen in der Bar tötete, ist noch unklar

Über das Motiv des Schützen wird derweil noch gerätselt. Als US-Marinesoldat war der 28-jährige bis 2011 mehrere Monate in Afghanistan stationiert. Zuletzt lebte er bei seiner Mutter im kalifornischen Newbury Park. Von dort waren es nur wenige Kilometer zum „Borderline Bar & Grill“ – er soll die Bar selbst häufiger besucht haben. Über ein mögliches Motiv für die Bluttat machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Die Spurensuche in der Bar, im Fahrzeug und im Elternhaus des Mannes könne Tage dauern, sagte FBI-Mitarbeiter Paul Delacourt am Donnerstag (Ortszeit). Die Bundespolizei unterstützt die Ermittlungen der lokalen Behörden. Es gebe keine Hinweise auf Mittäter, hieß es.

Mehrere Jahre - bis 2013 - habe der Schütze in der Marineinfanterie gedient, darunter auch mehrere Monate in Afghanistan, teilten die Behörden mit. Der Kommandant des Marine Corps, Robert Neller, bezeichnete das Blutbad in einem Tweet als „verabscheuenswürdige“ Tat. Dies sei ein „tragischer und sinnloser“ Gewaltakt gewesen. (red/dpa)