Washington - Die Szene könnte in einem Satirefilm auf das Staatsfernsehen in autoritären Staaten spielen: Vor einer blauen Werbetafel mit dem Namen des Regierungschefs und ein paar Sternchen sitzt eine Frau mit langen blonden Haaren und liest vom Teleprompter Erfolgsmeldungen des Potentaten ab. Das Video hat eine extrem niedrige Auflösung und ist auch sonst von erbärmlicher Qualität. „Das sind die wirklichen Nachrichten“, verabschiedet sich die Sprecherin am Ende bis zur nächsten Wochen-Rückschau der „Real News“.

Doch die Propagandafilmchen, die von Millionen Amerikanern angeklickt werden, stammen nicht aus Nordkorea. Sie stehen auf der Facebook-Seite von Donald Trump. Jeden Sonntag lässt der amerikanische Präsident dort neuerdings seine Heldentaten verkünden. Vor einer Woche machte Schwiegertochter Lara Trump als Moderatorin den Anfang. An diesem Wochenende war dann Kayleigh McEnany, eine konservative Ex-CNN-Kommentatorin, dran. „Es ist traurig, dass die Erfolge von Präsident Trump so gezeigt werden müssen. Die Fernsehsender sollten endlich ihre Arbeit machen“, kommentierte das ein Facebook-Fan.

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