Offenbar mit Schutzweste: Kanye West bei seinem Wahlkampfauftritt in North Charleston.
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Kanye West (43) sorgt mit seinen politischen Ambitionen weiterhin für Verwirrung und Ratlosigkeit: Bei der ersten Wahlkampfveranstaltung seit Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur wollte der Rapper vor etwa 100 Anhängern seine Pläne erläutern. Doch was der Mann am Sonntagabend in North Charleston, South Carolina, bot, war eher ein hoch emotionalisiert vorgetragenes Themen-Potpourri. West brach in Tränen aus, als er erzählte, sein Vater habe seine Mutter dazu bringen wollen, ihn abzutreiben. „Meine Mutter hat mein Leben gerettet“, sagte er: „Es hätte beinah keinen Kanye West gegeben, weil sein Vater zu beschäftigt war.“

Abtreibung sei auch zwischen ihm und seiner Frau Kim Kardashian (39) ein Thema gewesen. Sie habe ihn 2014, da waren sie noch nicht verheiratet, in Paris angerufen: „Sie hat geweint und geschrien ‚Ich bin schwanger‘.“ West in der Rückschau: „Ich wollte das Kind nicht auf die Welt bringen … Ich hätte beinah meine Tochter umgebracht.“ Zum Glück habe ihn „ein Zeichen von Gott“ erreicht: „Ich saß an meinem Laptop und der wurde plötzlich zuerst schwarz und dann weiß. Gott hat damit gesagt ‚Wenn du mit meiner Vision für die Zukunft fuckst, dann fucke ich auch mit deiner!‘“ Rückruf bei Kardashian: „Ich habe meiner Freundin gesagt, dass wir das Kind zusammen haben werden“.

Der Kampf gegen die gemeinnützige Organisation „Planned Parenthood“, bei der Frauen in Amerika kostenlos Abtreibungen durchführen lassen können, gehört zu Wests wichtigsten Wahlkampfpunkten. Allerdings ist er nicht für ein absolutes Abtreibungsverbot. Stattdessen will er Frauen von Abtreibungen abhalten, in dem er das Kinderkriegen lukrativ macht: „Die Regierung muss werdenden Müttern Geld zahlen, ihr Kind zur Welt zu bringen. Jeder der ein Baby bekommt, sollte eine Million Dollar oder so ähnlich erhalten. Sie sollen keine Sorgen haben, dass ihr Kind jemals nicht gut versorgt sein wird. Denn Babys sind schon mit der Zeugung Gottes Kinder, weil sie schon eine Seele haben.“

Im Weiteren sorgte sich West noch um die zunehmende Waffengewalt in den USA, wollte aber auf jeden Fall das Recht auf Waffenbesitz stützen: „Wenn andere Länder hier einfallen und uns angreifen und wir haben dann keine Waffen – was denkt ihr, was dann passiert? Dann werdet wir versklavt. Außerdem bringen Waffen keinen Menschen um, Menschen bringen Menschen um.“ Schließlich attackierte er die schwarze Freiheitskämpferin Harriet Tubman, die ab 1850 nach ihrer Flucht aus der Sklaverei mindestens 70 weitere Sklaven befreit hatte: „Harriet Tubman hat nie wirklich Sklaven befreit, sie hat die Sklaven nur für anderen weiße Menschen arbeiten lassen.“

Ob der Künstler mittlerweile die für die Bewerbung nötigen Dokumente eingereicht hat, ist weiter unklar. In mehreren US-Bundesstaaten sind bereits die Fristen verstrichen, um auf die Stimmzettel gedruckt zu werden.

Jérôme Boateng (31) nutzt seine Prominenz für ein politisches Anliegen. So rief der Abwehrspieler des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München in einem am Montag veröffentlichten Interview des Vereinsmagazins „51“ zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen Rassismus auf: „Sportler haben eine große Reichweite, und es gehört bei einem Vorbild dazu, dass man Verantwortung übernimmt … Es ist falsch, zuhause auf der Couch zu sitzen und zu sagen: ,Mich geht das nichts an.‘ Kampf gegen Diskriminierung bedeutet auch, sich offen dagegen auszusprechen.“

Fußballprofi Jérôme Boateng fordert Sportler auf, offen gegen Diskriminierung vorzugehen.
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Der in Berlin geborene Boateng, dessen Vater aus Ghana kommt, ist selbst immer wieder mit Rassismus konfrontiert worden. „Ich denke, für viele ist es schwer nachzuempfinden, was für ein Schmerz ausgelöst wird, wenn man wegen seiner Hautfarbe behandelt wird“, so Boateng. Er wolle sich in Zukunft für antirassistische, integrative Projekte mit Kindern engagieren – er führe dazu bereits Gespräche. Seinen neunjährigen Töchtern versucht er vor allem Selbstbewusstsein zu vermitteln. „Und dass sie eine Stimme haben. Werden sie oder Freunde von ihnen angefeindet, sollen sie das nicht in sich reinfressen, sondern versuchen, das in einem vernünftigen Austausch zu lösen.“

Prinz Harry (35) verliert einer Umfrage zufolge an Beliebtheit: Viele Briten sehen den Enkel von Queen Elizabeth II. (94) als Belastung für die britische Monarchie, seitdem er mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan (38) und dem gemeinsamen Sohn Archie (1) in die USA gezogen ist. Das berichtet das Boulevardblatt The Sun und beruft sich dabei auf eine Erhebung des Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov: „Die Zahl derer, die glauben, er sei ein Gewinn für die Nation, hat sich in den letzten acht Jahren von 75 auf 35 Prozent mehr als halbiert.“ Seine Frau Meghan werde aktuell „von 51 Prozent als Belastung und von 24 Prozent als Aktivposten angesehen“.

Übertroffen werde Meghan, so die Sun weiter, allerdings noch von Prinz Andrew (60), der wegen seiner Verbindungen zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) im letzten Jahr von seinen öffentlichen Aufgaben zurücktreten musste: 80 Prozent der Briten bezeichneten ihn demnach als Belastung für die Krone. Die Queen dagegen genieße weiter eine hohe Popularität. 81 Prozent sagen, sie sei eine Bereicherung für das Land. Hinter ihr folgen Prinz William (38) und seine Frau Herzogin Kate (38) sowie Thronfolger Prinz Charles (71).