Kanzlerin Angela Merkel zur Flüchtlingspolitik: Mehr als nur eine Ohrfeige für die CSU

Es ist schon noch die alte Angela Merkel, die man da erlebt zurzeit. Eine, die ein paar Tage lang Kritik auf sich einprasseln lässt, ohne sich zu rühren. Aber es ist auch eine neue Angela Merkel. Eine, die dann nicht einfach zur Tagesordnung übergeht, sondern die die Kritik zurückweist, kühl und ruhig im Ton, aber mit so wuchtigen Worten, doppelt dröhnend aus ihrem sonst so verhalten urteilenden Mund.

Mehr als eine Ohrfeige

Wenn man in Notsituationen kein freundliches Gesicht zeigen dürfe, sei das nicht mehr ihr Land, sagt Merkel. Das ist mehr als eine Ohrfeige für die CSU, für die Ministerpräsidenten und für die in der CDU, die Merkels Haltung und Ton in der Flüchtlingspolitik zu positiv finden. Es ist die maximale Distanzierung von den Kritikern, keine Spur von Verständnis, Kompromissbereitschaft und Lavieren.

Die Griechenlandkrise, die Euro-Krise, die Ukraine-Krise – all das hat Angela Merkel vergleichsweise stoisch bewältigt. Die Flüchtlingsströme haben eine neue Leidenschaft in der Kanzlerin zutage gebracht. Die mag auch taktisch motiviert sein, aber sie wirkt durchaus authentisch.

Ihr ganzes Amt steht auf dem Spiel

Die Kritiker stehen als kleingeistige Mäkler da, die nicht über den Tag hinaus blicken können und angesichts von Not und Elend Fehler im Tagesgeschäft zum Riesenproblem erheben. Merkel wirft viel dafür in die Waagschale: ihr ganzes Amt. Denn ein Land, das nicht mehr ihres ist, wird Merkel nicht mehr regieren wollen.