Berlin - Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht eine allgemeine Dienstpflicht kritisch. Zwar sei dies eine „ehrenwerte Idee“, den Menschen müsse aber „auch reiner Wein eingeschenkt werden - bezüglich der Kosten und der verfassungsrechtlichen Lage“, sagte Guttenberg der „Bild“-Zeitung vom Montag.

„Das Grundgesetz sieht einen solch verpflichtenden, also erzwungenen Arbeitseinsatz nicht vor“, sagte Guttenberg dem Blatt. Er verwies darauf, dass dazu das Grundgesetz geändert werden müsse. Er warnte zudem vor „exorbitanten Kosten“.

Einschnitte für die Ausrüstung der Bundeswehr 

„Die notwendigen Finanzmittel für bis zu 700.000 junge Menschen pro Jahr würden erhebliche Einschnitte in anderen Bereichen nach sich ziehen“, sagte Guttenberg. Dies betreffe auch die Ausrüstung der Bundeswehr.

Guttenberg hatte die Einberufung von Grundwehrdienstleistenden 2011 als damaliger Verteidigungsminister ausgesetzt. In der aktuell anstehenden Debatte um ein neues CDU-Grundsatzprogramm werben mehrere Unionspolitiker für die Wiedereinführung der Wehrpflicht oder die Schaffung einer allgemeinen Dienstpflicht. (afp)