Kassenärztliche Vereinigung gegen „arztfeindliche Politik“

Nach der Ankündigung der Milliarden-Unterstützung für Krankenhäuser wirft die Kassenärztliche Vereinigung Berlin Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (S...

ARCHIV - Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes.  /Symbolbild
ARCHIV - Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes. /SymbolbildSoeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Berlin-Nach der Ankündigung der Milliarden-Unterstützung für Krankenhäuser wirft die Kassenärztliche Vereinigung Berlin Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) „arztfeindliche Politik“ vor. „Herr Lauterbach und die Ampelkoalition setzen ihre arztfeindliche Politik fort. Wir fordern eine Gleichbehandlung mit den Krankenhäusern!“, teilte der Vorstand der KV Berlin am Mittwoch mit.

Lauterbach hatte den Krankenhäusern angesichts von Inflation und hohen Energiekosten am Dienstag eine Milliarden-Unterstützung in Aussicht gestellt. „Das wird so laufen, dass wir da aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds Geld zur Verfügung stellen - bis zu acht Milliarden Euro“, sagte er in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Hohe Energiekosten und Preissteigerungen würden auch die Praxen betreffen, schrieb die KV Berlin. Die Politik solle ihnen finanziell unter die Arme greifen. Ohne staatliche Unterstützung werde sich die Situation in der ambulanten Versorgung weiter zuspitzen, es werde zu massiven Beeinträchtigungen in der Patientenversorgung kommen.

Eine aktuelle Umfrage der KV Berlin zeigt, dass die Mehrheit der befragten Praxen die Kostensteigerungen bereits spürt - vor allem bei Strom- (91 Prozent) und Heizkosten (93 Prozent). Die meisten befragten Praxen haben bereits Maßnahmen zum Energiesparen geplant oder umgesetzt. 83 Prozent wollen die Raumtemperatur nach unten regulieren oder haben das schon getan, 69 Prozent reduzieren Lichtquellen oder planen das.

Vereinzelt gebe es aber kein Sparpotenzial mehr, schreibt der Vorstand der KV Berlin. „Die aktuelle Energiekrise und die immer weiter steigenden Kosten durch die hohe Inflation sind für viele Praxen nur noch der Tropfen auf den heißen Stein.“ Hinzu kämen die seit Jahren steigenden Miet- und Personalkosten. „Insgesamt zeichnet sich eine fatale Gemengelage ab, die immer mehr Praxisinhaber darüber nachdenken lässt, ihre Praxis aufzugeben.“