Berlin - Der Katastrophenschutz in Berlin weist Mängel etwa bei der Stromversorgung auf. 36 lokale Anlaufpunkte (sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme) soll es im Ernstfall zur Information der Bevölkerung geben - aber nur die Hälfte davon wird über eine zumindest für den Anfang gesicherte Notstromversorgung verfügen. Für einige andere sollen mobile Notstromaggregate Energie liefern, manche erhalten gar keinen Notstrom. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine FDP-Anfrage hervor. Die „Berliner Morgenpost“ hatte zuerst berichtet.

Die Anlaufstellen sollen vor allem dazu dienen, die Bevölkerung zu informieren, falls bei einem längeren Stromausfall weder Internet noch Fernsehen oder Radio funktionierten. Dafür sollen sie mit moderner IT-Technik, Notebooks, Bildschirmen ausgestattet und besonders mit Strom versorgt werden. Auch die interne Behörden-Kommunikation muss gesichert werden. Bisher sei die Einrichtung dieser Katastrophenschutz-Leuchttürme (Kat-L) durch die Bezirke wegen Verzögerungen, der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine noch nicht abgeschlossen.

Die Bezirke sind daher sehr unterschiedlich vorbereitet. In Pankow fehlen an vier von fünf Stellen feste Notstromaggregate, die mobilen Stromerzeuger laufen nur zwölf Stunden. Ähnlich schlecht sieht es demnach in Neukölln und Marzahn-Hellersdorf aus.

In Mitte ist unklar, wie die Versorgung aussieht, weil Senat und Bezirk verschiedene Angaben machten. Der Senat schrieb mit Verweis auf den Bezirk als Quelle, für die drei vorgesehenen Kat-Leuchttürme gebe es weder feste noch mobile Notstromaggregate. Das Bezirksamt widersprach und meinte, zumindest mobile Generatoren seien vorhanden.

In anderen Bezirken sind die vorgesehenen Katastrophen-Anlaufpunkte mit festen Notstrom-Generatoren ausgestattet - allerdings mit sehr unterschiedlichen Laufzeiten. In Charlottenburg soll der Notstrom, der meist mit Diesel- oder Benzin-Generatoren erzeugt wird, 14 Tage bereit stehen. In Zehlendorf 168 Stunden, an anderen Standorten nur 72 Stunden, also 3 Tage. Wie eine weitere Betankung laufen soll, sei unklar. „Eine Versorgung für beliebige Zeiträume kann (...) nicht garantiert werden“, schreibt der Senat. Ohne Strom gebe es dann „mündliche Auskünfte“ und „Aushänge“.