Katja Kipping.
Foto: Berliner Zeitung/Carsten Koall

BerlinDie Linke-Vorsitzende Katja Kipping wird nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren. Es sei „an der Zeit, etwas Neues zu beginnen“, heißt es in der am Freitag bekanntgewordenen Erklärung der 42-Jährigen.

Wie das ZDF berichtet, stellt auch Co-Chef Bernd Riexinger sein Amt zur Verfügung. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wollte er den Schritt Kippings am Freitagabend aber nicht kommentieren und äußerte sich auch nicht zu seiner eigenen Zukunft. Er kündigte eine eigene Erklärung für Samstagmorgen an.

Gemeinsam mit Bernd Riexinger hatte Kipping den Parteivorsitz im Jahr 2012 übernommen. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre durch dasselbe Mitglied ausgeübt werden. Deshalb war eine für Montag angekündigte Pressekonferenz mit Spannung erwartet worden, in der sich das Spitzenduo zu seiner politischen Zukunft äußern wollte.

Kipping begründete ihren Rückzug mit Respekt vor der Parteisatzung: „Innerparteiliche Demokratie heißt, dass jedes Amt ein Amt auf Zeit ist – und das ist auch gut so.“ Acht Jahre an der Parteispitze hätten ihr zudem einiges abverlangt. „Wir sind bekanntlich eine lebendige Partei, die mitunter auch gerne miteinander rauft.“

Konflikte mit Wagenknecht

Kipping ist seit 2005 Abgeordnete im Bundestag. Dort war sie im Laufe der Jahre wiederholt mit der langjährigen Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht aneinander geraten, die im vergangenen November von Amira Mohamed Ali abgelöst wurde. Diese hatte damals angekündigt, die zerstrittene Fraktion einen zu wollen.

Eigentlich wollte die Linke schon im Juni einen neuen Parteivorstand wählen. Der Parteitag wurde wegen der Corona-Pandemie aber auf das Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November verschoben. Dort wird Kipping nun nicht mehr als Parteichefin kandidieren. Vor ein paar Tage hatte es geheißen, dass maßgebliche Leute im Parteivorstand sich für eine weibliche Doppelspitze aus der Fraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler, 39, und der thüringischen Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow, 42, starkmachten