Der europäische Kontinent navigiert hart am zyprischen Abgrund, aber der Gefühlshaushalt lesender und fernsehender Menschen wird von anderen Dingen bewegt. Noch immer steht das TV-Interview der Schauspielerin Katja Riemann in der NDR-Sendung DAS ganz oben auf der Erregungsagenda. Die Schriftstellerin Sybille Berg hat dazu in ihrer Kolumne für Spiegel Online eine Art journalistischen Jagdinstinkt aufgespürt. „Ich, der Moderator und Journalist, warte nur auf einen Moment, um dich, Künstler, mal so richtig zu provozieren. Weil ich zu einfältig bin, um mit dir über etwas anderes zu reden als über deine Haarfarbe. Weil es bei mir nicht dazu reicht, ein Gespräch im künstlichen Raum zu erzeugen, darum versuche ich, dich klein zu machen, sprachlos zu machen, das finde ich echt frech und investigativ, darum, du bekannter Mensch, musst du dir meine Dreistigkeit gefallen lassen. Denn wir wissen doch, wie es läuft. Du musst deine Arbeit bekanntmachen, weil sie sonst untergeht im Meer der künstlerischen Entäußerungen auf der Welt.“

Vom Mob gehasst

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