Als Donald Trumps Wahlkampagne im Sommer im Chaos zu versinken drohte, warf er seinen Wahlkampfmanager raus und engagierte die erzkonservative Politikberaterin Kellyanne Conway, die in den Vorwahlen noch Ted Cruz unterstützt hatte. Die 52-Jährige sollte dem Präsidentschaftskandidaten helfen, sich geschmeidiger zu präsentieren und sein Image bei Frauen aufzupolieren.

„Ich hole fantastische Leute, die wissen, wie man gewinnt, und die es lieben zu gewinnen“, sagte Trump seinerzeit über seine neue Beraterin. Nachdem er nun die Präsidentschaftswahlen gewonnen hat, steht außer Frage, dass Conway ihm auch im Weißen Haus zur Seite stehen wird.

Ihr Einfluss machte sich während des Wahlkampfes im Herbst deutlich bemerkbar. Trumps Rhetorik wurde geschickter. Aus einem Einreiseverbot für Muslime wurde eine „extrem strenge Prüfung“ von einreisenden Muslimen. Plötzlich sprach Trump nicht mehr von der Deportation all der illegalen Einwanderer. Stattdessen sollten nur kriminelle Ausländer abgeschoben werden, was sich nicht sehr von der Politik Barack Obamas unterscheidet.

Zudem konzentrierte er sich mehr auf positive Botschaften für einfache Leute. Nur von der Mauer an der mexikanischen Grenze, seinem Markenzeichen, ließ sich der Präsidentschaftskandidat nicht abbringen.

„Ich liebe Krieg“

Conway selbst war auf allen Kanälen präsent, um immer wieder zu erklären, was ihr Kandidat eigentlich meine, wenn er wieder einmal Dinge gesagt hatte wie „Ich liebe Krieg“ oder „Ich nutze alle Steuerschlupflöcher“. Gleichzeitig griff sie in drastischen Worten Hillary Clinton an, die sie eine „Serienlügnerin“ nannte.

Sie versuchte sogar, Trumps Mangel an konkreten politischen Positionen zum Vorteil zu erklären. „Ich denke, er verdient enormen Respekt dafür, dass er sich nicht in Details verbeißt.“ Er konzentriere sich eben auf das Wesentliche. Die Auftritte im Fernsehen machten Conway offenkundig viel Spaß. Sie blieb stets moderat und ließ sich nie in Verlegenheit bringen, auch nicht von einem scharfzüngigen Satiriker wie Bill Maher, der ihren und Trumps Populismus heftig kritisierte.

Als günstig für ihren Chef dürfte sich außerdem erwiesen haben, dass Conway eine Expertin in Demoskopie ist. Sie hat schneller als andere Experten verstanden, dass Trump mit seiner Botschaft „Make America great again“ wie einst nur Ronald Reagan eine frustrierte Wählerschaft erreicht, und die Kampagne des Kandidaten entsprechend fokussiert. Ihr Anteil an seinem Erfolg ist auch deshalb kaum zu überschätzen.