Köln - Dass in Werbeprospekten dunkelhäutige Models für deutsche Kleidungsgeschäfte werben, gehört doch eher zur Ausnahme. Und wenn es mal vorkommt, mag man sich doch eigentlich über die Toleranz und Offenheit des Unternehmens freuen, oder nicht?

Eine Kundin des Textilhändlers Kik hat damit offensichtlich ein Problem. Sie schreibt eine Schmäh-Mail an die Marktleitung, die der Bild vorliegt, in der sie ihre Abneigung gegenüber dunkelhäutigen Menschen zum Ausdruck bringt. Darin heißt es: „Es ist mir völlig unverständlich, weshalb Sie in Ihren Filialen hier in Deutschland mit Schwarzen für Ihre Produkte werben.“ Sie sei von „diesen dunklen Gestalten angewidert und abgestoßen“. Schwarze seien „ekelerregende Kreaturen“, die sie „wirklich nicht bei uns haben“ wolle. Deutschland sei „das Land der Deutschen“.

Kik zeigt Stolz für bunte und vielfältige Bevölkerung

Anstatt auf diese Beleidigung mit einem herkömmlichen Standardbrief zu reagieren, antwortet das Unternehmen mit einem ausgeklügelten Konter-Schreiben.

Darin wird die Kundin auf eine gedankliche Reise durch Deutschland geführt, auf der sie den dunkelhäutigen Koch Nelson Müller beim Schnitzelbraten trifft und im Radio „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben“ von  Andreas Bourani zu hören bekommt.

Am Ende dieser Reise ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, dass nicht nur Kik auf unsere bunte und vielfältige Gesellschaft Stolz sein kann.