Viele Pornoseiten wie Pornhub und Youporn fragen User nach ihrem Alter. Aber man muss nicht die Wahrheit sagen. Dadurch sehen auch Hunderttausende Minderjährige nicht-jugendfreie, sexuelle Handlungen im Internet. Doch was können Politik und Behörden gegen diesen Trend tun? Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen soll nun Künstliche Intelligenz den Konsum kinderpornografischer Inhalte bekämpfen.

Die neuste Idee kommt von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Sie will, dass alle, die Pornos anschauen wollen, vorher gefilmt werden, um ihr Alter zu bestimmen. Das soll durch eine Gesichtserkennungssoftware geschehen, die auf Künstliche Intelligenz zugreift. Ziel ist, dass Minderjährige nicht mehr in der Lage sein sollen, „jugendgefährdenden Inhalte“ zu Gesicht zu bekommen.

Meilenstein für den Kinderschutz?

„Das ist der nächste Meilenstein im technischen Kinder- und Jugendmedienschutz“, sagt der Vorsitzende der KJM, Marc Jan Eumann. Die Kommission für Jugendmedienschutz ist in Deutschland die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im Fernsehen sowie im Internet. Heute ist Eumann außerdem Direktor der Landeszentrale für Medien und Kommunikation in Rheinland-Pfalz.

Die KJM hat sich für die Verwendung verschiedener Systeme ausgesprochen, die das Alter von Personen verifizieren sollen. „Dass KI nun auch zur Altersüberprüfung und damit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor problematischen Inhalten eingesetzt werden kann, ist ein wichtiger, neuer Schritt“, so Eumann. Der SPD-Politiker war von 2010 bis 2017 Staatssekretär für Europa und Medien in Nordrhein-Westfalen.

Dazu soll bei dem neuen Mechanismus ein Fünf-Jahres-„Puffer“ in der Sicherheitskontrolle festgelegt werden. „Personen müssen von dem System als mindestens 23 erkannt werden, um Zugang zu den ab 18 Jahren bewerteten Inhalten zu bekommen“, so die Kommission auf ihrer Webseite.

Bedenken äußerten Datenschützer, die einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten fordern. Auch in der konkreten Umsetzung des geforderten Sicherheitsmechanismus bleiben offene Fragen, wie zum Beispiel der Konsum von pornografischen Inhalten auf Handy-Apps verhindert werden kann.