Berlin - Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) hat versichert, der Senat nehme angesichts von Inflation und steigenden Energiekosten die Gefahr wachsender Armut in Berlin sehr ernst. Krisen und Unsicherheiten träfen gerade diejenigen besonders hart, die ohnehin jeden Euro dreimal umdrehen müssten, sagte Kipping am Donnerstag in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses.

Anders als von der CDU-Opposition behauptet, habe der Senat Rentner und Studenten dabei nicht vergessen. Die Christdemokraten hatten bemängelt, dass die geplante Energiepreispauschale nicht auch an Rentner und Studenten ausgezahlt werden solle. Kipping entgegnete, dass dafür nicht der Senat, sondern der Bund verantwortlich sei.

Die Sozialsenatorin wies auf weitere Herausforderungen im Zusammenhang mit den Tausenden ukrainischen Kriegsflüchtlingen in Berlin hin. 2015 habe es gegenüber Geflüchteten zunächst ebenfalls erst große Solidarität gegeben, dann aber Jahre der Stimmungsmache gegen sie. „Eine Lehre aus 2015 lautet: Es braucht eine soziale Offensive für die Nöte der vielen.“

Armut sei immer noch mit Scham behaftet und gelte fälschlicherweise als persönliches Versagen, sagte Kipping. Alle, die den Mut hätten, darüber zum Beispiel in den sozialen Medien öffentlich sprechen, verdienten großen Respekt.