Kirchliche Delegation erschrocken über Ausweisung aus Indien

Die Ausweisung einer kirchlichen Delegation aus Indien hat bei Vertretern der evangelischen Kirche für Kritik gesorgt. Die aus Mitgliedern der Gossner Missio...

ARCHIV - Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst.
ARCHIV - Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst.Silas Stein/dpa/Symbolbild

Emden/Neu Delhi-Die Ausweisung einer kirchlichen Delegation aus Indien hat bei Vertretern der evangelischen Kirche für Kritik gesorgt. Die aus Mitgliedern der Gossner Mission aus Berlin und des Kirchenkreises Emden-Leer bestehende Gruppe sei am Wochenende aus dem indischen Bundesstaat Assam ausgewiesen worden, teilte die Superintendentin des Kirchenkreises Emden-Leer, Christa Olearius, am Montag in Leer mit. Bewaffnete Polizeikräfte hätten die sieben Mitglieder der Delegation zum Flughafen gebracht und des Landes verwiesen. Zuvor hatten verschiedene Medien bereits über den Fall berichtet.

Ein indischer Polizeimitarbeiter erklärte die Ausweisung der Deutschen laut „Times of India“ damit, dass sie gegen Vorschriften ihrer Touristenvisa verstoßen hätten. So hätten sie eigentlich Visa für Missionare gebraucht. Es werde nun auch gegen ihre christlichen Partner in Indien ermittelt, die ihnen die falschen Visa-Informationen gegeben hätten. In dem Bundesstaat sei kürzlich gegen mehrere Ausländer vorgegangen worden, die illegalerweise mit Touristenvisa religiöse Veranstaltungen besucht hätten, berichtete der örtliche Fernsehsender NDTV.

Indien ist ein vorwiegend hinduistisches Land, Christen sind dort eine religiöse Minderheit. Religion ist für die meisten Menschen sehr wichtig und das Konvertieren von Hindus ein politisch sehr heikles Thema. Immer wieder wird gegen religiöse Minderheiten Stimmung gemacht.

„Als Superintendentin und Teilnehmerin der Delegation bin ich traurig und entsetzt über die Vorkommnisse der letzten Tage“, schrieb Superintendentin Olearius in einer Stellungnahme. Die Gruppe hatte eigenen Angaben zufolge Kirchengemeinden besucht und an Gottesdiensten teilgenommen. Das Ziel der Reise war laut Olearius, dass der ostfriesische Kirchenkreis eine Kirchenpartnerschaft zu einem Kirchenkreis in Assam aufbauen wollte.

Die Gruppe sei in großer Sorge um die Sicherheit eines indischen Mitarbeiters der Gossner Mission. Dessen Kamera und Smartphone seien konfisziert und er vor Ort verhört worden. Er habe noch nicht nach Hause gedurft und müsse für weitere Verhöre zur Verfügung stehen.