Berlin - Die Klima-Protestwoche hat auch am Mittwoch in Berlin auf sich aufmerksam gemacht: Umweltaktivisten kletterten auf das Vordach der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen in Tiergarten  und schütteten laut eigenen Angaben mehrere Hundert Kilogramm Kohle vor das Gebäude. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren Hundert Personen auf Gehweg und Fahrbahn, die gegen Förderung von Braunkohleabbau demonstrierten. Trotz Aufforderung räumten zunächst neun Aktivisten das Vordach nicht.

Am Vormittag hatten bereits Protestierende das Haus des CDU-Wirtschaftsrats besetzt, dem sie vorwarfen, eine Lobby-Organisation zu sein. Die Polizei, die am Mittwoch mit insgesamt 450 Einsatzkräften präsent war, sprach von zwölf Festnahmen von Personen, die in das Haus eingedrungen seien. Neun hätten sich im Obergeschoss festgeklebt. Im Fokus der Proteste stand immer wieder NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

CDU verurteilt Proteste zulasten Dritter

„Ich habe Verständnis für friedliche Proteste, aber nicht, wenn sie zulasten Dritter gehen“, sagte auf Nachfrage Danny Freymark, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Abgeordnetenhausfraktion, der Berliner Zeitung. Am Vortag war die CDU-Parteizentrale mit Kunstblut, offenbar Rote-Bete-Saft, beschmiert worden. Die Proteste von über 60 Organisationen, darunter die Aktivistengruppe Extinction Rebellion, finden die ganze Woche über unter dem Motto „August Rise Up“ in Berlin statt. Mit unangemeldeten Protest-Aktionen wie Besetzungen von Straßen wird gegen die Klimapolitik der Bundesregierung demonstriert. Am Donnerstag will sich Schauspielerin Katja Riemann laut Organisatoren an den Protesten beteiligen.