Die jüngere Generation demonstriert bei Fridays For Future und wirft der älteren Rücksichtslosigkeit vor. 
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BerlinSatire darf nach einem Ausspruch von Kurt Tucholsky eigentlich alles. Auch der WDR darf einen Kinderchor singen lassen „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“ und das als Comedy verkaufen. Doch das ist dann halt weder lustig, noch in dieser Pauschalität richtig oder hilfreich.

Ein wenig lässt es einen schon schaudern, wenn sich die Mädchen am Ende sagen: „Wir lassen euch damit nicht durchkommen.“ Mal abgesehen davon, dass viele der „Omas“ von heute die Umweltbewegung mitgegründet haben und wahrscheinlich nachhaltiger und weniger konsumorientiert leben als viele Jüngere – diese Art, Generationen gegeneinander aufzuwiegeln und Ältere pauschal an den Pranger zu stellen, führt zu nichts Gutem.

CO2 zu spät als Problem erkannt

Die Umweltsau ist man im Zweifel immer auch selbst. Der Mädchenchor zum Beispiel ist für einige Auftritte um die halbe Welt nach Südkorea geflogen. Selbst die Umweltbewegung der 70er- und 80er-Jahre hatte CO2 nicht als das riesige Problem erkannt, als das es heute angesehen wird. Sie steckte ihre Energie nicht so sehr in den Kampf gegen die Kohle, sondern gegen die Atomkraft.

Es wäre also unlauter, heutigen Omas und Opas zu unterstellen, sie hätten das Klima absichtlich in Gefahr gebracht. Erst kürzlich hatte „Fridays for Future“ gefragt, warum die Alten ihnen noch hereinreden würden – schließlich seien die „doch eh bald nicht mehr dabei“.

Ähnlich wie jetzt der WDR hat sich die Jugendbewegung danach entschuldigt. Das gibt Hoffnung, dass die Umweltbewegten in ihrer Argumentation nicht so platt enden, wie es viele Rechtspopulisten tun. Die Wirklichkeit ist leider etwas komplizierter. Dem darf auch Satire Rechnung tragen.