Jamaika ist am Ende, bevor die Koalitionsverhandlungen richtig begonnen haben. Eine der möglichen Optionen, über die sich die Politiker in Berlin nun Gedanken machen: Neuwahlen. Nachdem die SPD eine große Koalition abgelehnt hat, die FDP sich gegen Jamaika positioniert hat und Angela Merkel einer Minderheitsregierung ablehnend gegenüber steht, scheint es die wahrscheinlichste Möglichkeit zu sein, eine stabilie Regierung für Deutschland zu finden.

Klar ist: Die Bürger erneut zur Wahl des Bundestags aufzufordern, würde den Staat viel Geld kosten. Wahlzettel müssten gedruckt und verschickt werden, den Parteien stünden nach der Abstimmung erneut die Wahlkampfkostenerstattung zu, Wahlhelfer für die rund 88.000 Wahllokale müssten gesucht und für ihren Einsatz entschädigt werden.

Johannes Dimroth, Sprecher des Bundesinnenministeriums, konnte dem MDR vor einigen Tagen keine genauen Kosten nennen. Aber einen Richtwert: „Was ich beitragen kann, ist eine Schätzung für die gerade abgehaltene Bundestagswahl. Danach gehen wir von insgesamt 92 Millionen Euro Kosten aus."2013 war die Wahl übrigens deutlich billiger: Damals kostete die Abstimmung 77 Millionen Euro.

Ein Problem hätten übrigens auch die neu gewählten Abgeordeten und ihre gerade erst angestellten Mitarbeiter. Übergangsgelder erhalten die Politiker erst nach einem Jahr Abgeordnetentätigkeit - aber ihr aktueller Job könnte für einige direkt nach der Zusammenkunft des neuen Bundestags bereits Geschichte sein. (red)