Berlin - Grünen-Chefin Simone Peter rudert nach ihrer massiven Kritik am Kölner Polizeieinsatz während der Silvesternacht zurück. Dass sich die Übergriffe der Silvesternacht 2015 nicht wiederholten, sei auch der gut vorbereiteten Polizei zu verdanken, postete Peter am Montag auf ihrer Facebook-Seite. Zuvor hatte unter anderem die grüne Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Polizei ein umsichtiges Vorgehen bescheinigt und sich damit gegen ihre Parteivorsitzende gestellt.

Ursprünglich hatte Peter der „Rheinischen Post“ gesagt, es stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit, wenn knapp 1000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt würden. Zudem sei die von der Polizei verwendete Bezeichnung „Nafris“ für Nordafrikaner herabwürdigend.

Simone Peter hinterfragte Bezeichnung „Nafris“

Nun erklärte die Parteichefin, die Polizei habe richtig und schnell reagiert und damit die Sicherheit der Menschen in Köln gewährleistet. „Klar ist, dass die Polizei umsichtig gehandelt hat, wenn sie schnell und konsequent verabredete Gruppen an erneuten Gewaltausbrüchen gehindert hat.“ Dafür danke sie den Beamten. Zudem hinterfrage die Polizei selbst die Bezeichnung „Nafris“.

In der Silvesternacht 2015 hatten sich rund um den Dom etwa 1000 Männer vorwiegend aus Nordafrika versammelt. Frauen wurden von ihnen umringt und massiv sexuell belästigt oder genötigt. Zudem wurden Menschen massenhaft bestohlen und der Gottesdienst im Dom gezielt gestört. Die Polizei hat nach eigenen Angaben eine Wiederholung dieser Ereignisse durch ein massives Aufgebot und Maßnahmen wie Platzverbote und Einkesselungen verhindert. (rtr)