"Tausend Freunde feiern Axel Springer", jubelte Bild letzte Woche und ließ uns per Internet-Video teilhaben an der geilen Party in der weiträumig abgeriegelten Kreuzberger Verlagszentrale: Mit Genscher und Gauck, mit Brüderle, Burda, Biermann und Broder. Da trank zusammen, was zusammengehört. Berlin feiert jetzt jeden, der einen ausgibt.

Axel Cäsar, Dreifaltigkeit auf allen Kanälen: „Journalist – Unternehmer – Freiheitskämpfer“, trötet das Haus, das seinen Namen trägt. Fürwahr: Ein Mann mit Geschäftssinn und Gefühl für den Massengeschmack. Aber ein großer Demokrat und Wiedervereiniger? Quatsch. Wäre er noch ein Quäntchen mächtiger gewesen, hätte er glatt die ganze Ostpolitik zerschossen. Ja, er war charmant, gewinnend, emotional; ein reicher Junge, der zum komischen Heiligen mutierte. Dabei weit nach rechts driftete, mit viel Herz für Diktatoren, die Kommunisten erschießen ließen: Pinochet, Franco, Salazar & Co. Aber, pssst, wir wollen die Feier nicht stören.

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