Wie ich jetzt in den Zeitungen lesen konnte, gehöre ich zu jener winzigen, kaum auszumachenden Minderheit, die einem verdammten Hype aufgesessen ist. Seit ein einhalb Jahren Jahr fahre ich Elektroauto. Privat, unsubventioniert und mit großem Vergnügen. Mein roter Viersitzer hängt an der Ampel jeden Porsche ab und lässt sich für umgerechnet gut zwei Euro pro 100 Kilometer an der heimischen Solaranlage aufladen. Wir haben noch nie die Reichweite von 150 Kilometer ausgenutzt, denn wir fahren, wie 80 Prozent aller Autofahrer, nur im Stadtverkehr. Für Familienurlaube in den Bergen oder Transporte mieten wir drei, viermal im Jahr ein größeres Auto, wenn möglich einen Hybriden.

Neulich kam ein alter Freund mit seinem nagelneuen Auto zu Besuch, der sich seit Petra Kellys seligen Zeiten dem grünen Milieu zugehörig fühlt. Er regte sich ausgiebig über von den Schweinespekulanten erhöhten Benzinpreise und kriegslüsterne Israelis auf. Und schwärmte, dass sein neuer SUV (Zwei-Tonnen, Leder, Abstandsspurhalter, Nasenbohrautomatik, Schätzkosten 50 Mille) nur noch 8,5 Liter auf 100 Kilometer verbraucht.

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