Letzte Woche lud mich ein kleiner Verein namens Allmende e.V. in Berlin-Kreuzberg zu einer Veranstaltung. Es sprachen Elif Kubasik, die Witwe des 2006 mutmaßlich vom NSU ermordeten Dortmunder Kioskbesitzers Mehmet Kubasik und ihr Anwalt Carsten Ilius. Elif Kubasiks Auftritte in der Öffentlichkeit beschränken sich auf eine Demonstration, in der sie gemeinsam mit der Kasseler Familie Yozgat, die ihren Sohn Halit zwei Tage nach dem Mord an Herrn Kubasik verlor und der Nürnberger Familie Simsek, die im Jahr 2000 vermutlich das erste NSU Opfer wurden, und seitdem den Tod des Familienvaters und Blumenhändlers Enver betrauert.

Die Angehörigen flehen in der Dortmunder Innenstadt, wie man aus Filmaufnahmen sehen kann, verzweifelt darum, „endlich die Augen zu öffnen!“ und: „Polizei, Innenminister, macht etwas!“ An die Mitbürger gewandt: „Bitte. Es kann doch nicht sein, dass sie nichts gesehen haben!“ Das war 2006. Seitdem hat sich Elif Kubasik, wie die meisten Opfer auch, zurückgezogen und wartet auf Aufklärung und Gerechtigkeit.

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