Berlin - Drei vereinzelte Terroristen zogen mordend durch das Land, vielleicht hatten sie ein Dutzend Helfer: Das ist die Story, die man glauben soll, wenn man den Ermittlungsbehörden folgte und Volkes Stimme in den Gegenden, auf die sich jetzt die Ermittlungen beziehen. Aber die Story dahinter lautet: Es hat sich so viel staatliches Unvermögen hinsichtlich der rechtsextremen Killer gezeigt, dass nur ein Fazit möglich scheint – der Verfassungsschutz hat versagt. Vielleicht auch die Polizei. Oder beide zusammen. Doch was steckte hinter dem Versagen? Eine Datenpanne? Waren die Ermittler auf dem rechten Auge blind? Hinderte sie organisierte Inkompetenz am zielgerichteten Arbeiten? Irgendetwas zwischen technischen Problemen und misslungener Kumpelei mit Nazis, die sich als V-Leute verkauften? Eine Behörde schiebt der anderen die Verantwortung zu, und am Ende sagt jeder: WIR waren es nicht. Und dann taucht aus den Tiefen des Befindens ein Wort auf: das Image!

Die Leute fürchten sich mehr vor dem Imageschaden, der durch die Aufklärung entsteht, als vor dem verbrecherischen Potenzial, das sich jahrelang in ihrer Mitte entfaltete. Vielleicht sollte man froh sein, dass sich Städte wie Jena oder Zwickau, Länder wie Thüringen oder Sachsen nach den gezielten Morden an Einwanderern noch Gedanken über ihr Image machen. Vielleicht wäre es schlimmer, wenn sie es nicht täten.

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