Die Bilder vom Bombenanschlag in Boston sind noch nicht verblasst. Man kann gut verstehen, dass das Thema Sicherheit bei Großveranstaltungen seitdem wieder Konjunktur hat. Mehr Sicherheit soll es auch in Berlin geben. Ein permanenter Zaun um den zweitgrößten innerstädtischen Park, den Tiergarten, soll dafür sorgen. Er würde Personenkontrollen erleichtern.

Terroristen könnten ausweichen

Aber ist das verhältnismäßig? Es ist schwer zu sagen, an wie vielen Tagen der Zaun seinen Dienst tun würde. Sichere Termine sind die Feier der Deutschen Einheit, die große Silvester-Party, der Marathon. Und alle zwei Jahre wird es wohl eine Fußball-Fanmeile geben. Aber selbst wenn an 30 Tagen im Jahr die Straße des 17. Juni abgesperrt werden würde, blieben elf Monate, in denen der Zaun keine Funktion hätte.

Und was ist mit den Großveranstaltungen an anderen Orten in der Stadt? Der Karneval der Kulturen etwa, der durch Kreuzberg zieht und jetzt zu Pfingsten fast eine Million Menschen anlockte. Terroristen könnten einfach dorthin ausweichen.

Zugangssperren bei Veranstaltungen hat es auch bisher gegeben, aber sie waren nicht dauerhaft. Am Tag danach waren sie verschwunden. So kann es bleiben. Denn was das Stadtbild angeht, wäre die Absperrung eine Katastrophe. Ein Zaun von 2,10 Metern Höhe würde den luftigen Park in eine Art Gefängnis verwandeln.