Kommentar: Die CDU hat es sich in der Mitte gemütlich gemacht

Berlin - Die CDU scheint wirklich ein ziemlich träger Haufen zu sein. Sie hat bei drei Landtagswahlen empfindlich an Stimmen eingebüßt, die Umfragewerte auf Bundesebene sind für die Partei alles andere als berauschend. Es gibt neue Konkurrenz durch die AfD. Grund sich zu ändern? Die Ansage aus Angela Merkels Partei ist eine andere: „Wir fühlen uns wohl in der Mitte“, so formuliert es ihr Generalsekretär Peter Tauber. Es klingt nach einer gemütlichen Kuhle in der Mitte des Sofas, aus der man so gar nicht mehr aufstehen mag. Oder auch nicht mehr richtig nach oben kommt.

Tatsächlich steht die CDU vor einem Dilemma: Eigentlich, so  ihre Analyse, wollen alle ganz gerne auf diesem gemütlichen Sofa sitzen. Es ist dort mittlerweile ziemlich eng geworden. Schließlich haben sich manche, wie die Grünen, von den Küchenstühlen verabschiedet und auch noch mit auf die Kissen gedrängt.

Die Mitte ist dort, wo die Wähler sind

Merkel hat viel Arbeit auf die Mittelposition verwandt. Das war  klug, es hat ihrer Partei lange deutliche Mehrheiten gesichert. Sie hat Themen der Grünen übernommen und solche der SPD. Sie betreibe die Sozialdemokratisierung ihrer Partei, hat man ihr oft vorgeworfen. Nun hat sich diese wieder ein wenig nach rechts gelehnt. Die Innere Sicherheit wird mehr betont, der Kampf gegen den Diebstahl ist zur neuen Werbeparole  erkoren worden. Man orientiert sich an den Themen der AfD, beteuert aber, das gerade nicht zu tun.

Die CDU fühlt sich wohl in der Mitte, sagt ihr Generalsekretär. Das ist keine feste inhaltliche Verortung, sondern eine sehr flexible Angelegenheit. Denn tatsächlich fühlt sich die CDU  dort wohl, wo die Wähler sind. Wo genau die Mitte ist, ist auch eine Frage der Definition. Oder anders: Wenn das Sofaecken-Sitzen plötzlich zum neuen Trend wird, oder andere Sitzmöbel in Mode kommen, wird auch die CDU noch weiter ins Rutschen kommen.