Berlin - Es ist eine schreckliche Vorstellung: Wäre Donald Trump jetzt US-Präsident, würde er die Freiheitsrechte von allen Muslimen im Handumdrehen einschränken. Er stellte sie nicht nur unter den Generalverdacht des Terrorismus, sondern ließe die Polizei allein wegen ihres Glaubens gegen sie ermitteln. Er fordert diese Art ethnischen und religiösen Profilings ja schon eine ganze Weile. Doch nun umso vehementer, seit ein offensichtlich psychisch instabiler junger Amerikaner afghanischer Herkunft in New York eine Bombe zündete, weitere Anschläge versuchte und als Terrorist angeklagt wird.

Gleichzeitig fantasiert Trump immer wieder von Gewalttaten gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. So schlug er am Wochenende vor, die Secret-Service-Leibwächter von Clinton zu entwaffnen, weil sie angeblich das Grundrecht auf Waffenbesitz abschaffen will – was nicht stimmt –, um dann mal zu sehen, was passiert… Was nur Sinn ergibt, wenn er von einem Anschlag auf sie ausgeht.

Das politische Kalkül solch wirrer Vorstellungen ist klar: Trump will sich als starker Law-und-Order-Kandidat brüsten. Aber letztlich sind ihm Recht und Gesetz schnuppe. Sollte er gewählt werden, müssten wir uns ernste Sorgen um die USA machen. Der republikanische Ex-Präsident George W.H. Bush macht das schon und will daher Clinton wählen im Herbst. Ein vernünftiger Mann.