Passagiere am Flughafen Berlin-Tegel
Foto: dpa/Christoph Soeder

BerlinWer zuletzt in Tegel oder Schönefeld war, wird festgestellt haben, dass auf Berlins Flughäfen wieder mehr los ist. Der 1,5-Meter-Corona-Abstand kann längst nicht immer eingehalten werden. In den nächsten Tagen wird es noch voller werden, wenn sich täglich Hunderte bis Tausende Rückkehrer aus Risikogebieten gleich nach der Landung testen lassen können, um der 14-tägigen Quarantänepflicht zu entgehen: freiwillig und kostenlos.

Dennoch sind die Tests an den Flughäfen überfällig. Von Beginn der Pandemie an haben Mediziner moniert, dass das Einreiseregime an den Airports viel zu lasch war. Wochenlang haben wir fassungslos zugesehen, wie sich das Virus erst im fernen China, später auch im nahen Italien rasend ausbreitete. Zwischenzeitlich wurden dann die Straßengrenzen innerhalb Europas dichtgemacht. Die Flughäfen aber blieben offen, niemand wurde getestet. So raste das Virus um die Welt.

Die Schlagbäume sind längst wieder oben, weil die Infiziertenzahlen in den Schengen-Staaten bis auf Ausnahmen beherrschbar zu sein scheinen. Doch was war mit den Einreisenden aus Risikogebieten?  Das sind laut Auswärtigem Amt und Robert-Koch-Institut immerhin rund 130 Staaten, darunter die Türkei, Serbien und Russland, wo Hunderttausende Berliner familiäre Wurzeln haben, aber auch die USA. Jetzt erst, zwei Wochen vor Ende der Sommerferien, sollen die Rückkehrer getestet werden. Das ist spät, hoffentlich nicht zu spät.

Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass die Menschen sich tatsächlich testen lassen. Gleich danach ist aber wieder die Eigenverantwortung jedes einzelnen gefragt. Nach der Ankunft – auch mit Test – müssen die Rückkehrer nach Hause fahren und dort bleiben, bis sie das Testergebnis in der Post haben. Ob sich jeder daran hält, kontrolliert keiner. Es bleibt ein Vabanquespiel. Aber auch für Corona gilt: Eine absolute Sicherheit wird es nicht geben.