BerlinDie aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen, dass wir uns nicht vor dem dunklen Weg nach Hause fürchten sollten, sondern vor den heimischen vier Wänden. Statistisch gesehen lauert dort die größte Gefahr. Ein Großteil der Vergewaltiger sind bekannte Täter, vermeintliche Freunde, oft Verwandte. Mehr als die Hälfte der sexuellen körperlichen Übergriffe geschieht ebenfalls zu Hause. Jede vierte Frau erlebt partnerschaftliche Gewalt.

Wir kennen sie also alle: Täter und Betroffene sind unter Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden, Verwandten und Bekannten. Nur sprechen die wenigsten drüber. Genau darin liegt das Problem. Gewalt gegen Frauen hat viele Formen, beginnt bei verbaler Belästigung auf der Straße und endet beim Femizid. Sprechen wir aber nicht darüber, bleibt sie unsichtbar, Privat- und Frauensache, unser Ding. Dabei ist sie ein gesellschaftliches Grundproblem. Was sagt es über unser Miteinander aus, wenn Frauen sich schämen, sogar ihren Freundinnen von ihrem prügelnden Freund zu erzählen? Der sich vielleicht sogar damit brüstet, dass er „seine Perle“ im Griff hat? Warum sind Männer auf der Straße nicht solidarischer und weisen ihre Geschlechtsgenossen in die Schranken, wenn sie grüppchenweise einzelnen Frauen und Mädchen hinterherpfeifen?

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