Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) steht unter Druck: Er müss Lösungen für die Grundrente finden.
Foto: dpa/Gregor Fischer

BerlinNach dem Spiel ist vor dem Spiel, heißt es unter Fußballern. Nach dem Streit ist vor dem Streit, heißt es in der großen Koalition. Union und SPD haben sich nach monatelangem Gezerre im November auf die Grundrente verständigt. Jetzt liegt der Gesetzentwurf vor, und der Streit geht erneut los. Das ist nervtötend.

Das Ziel der Grundrente ist richtig. Es geht darum, denjenigen zu helfen, die ein Leben lang gearbeitet haben und die trotzdem nur eine sehr geringe Rente bekommen. Union und SPD haben den Bürgern versprochen, hier etwas zu tun. Dieses Versprechen müssen sie einhalten. Der Vertrauensverlust in die Politik wäre riesig, wenn das Projekt Grundrente erneut scheitern sollte. Das darf keiner der Beteiligten vergessen.

Lösungen müssen her

Das heißt: Union und SPD müssen endlich die Punkte klären, die bei der Einigung im November offen geblieben sind. Die Union darf das ausgedehnte Ringen um Einzelheiten nicht nutzen, um ein Projekt zu blockieren, dem sie längst zugestimmt hat.

Irgendwann muss eine Einigung auch wirklich eine Einigung sein. Die Menschen haben Anspruch auf eine Regierung, in der die beteiligten Parteien verlässlich zusammenarbeiten. Wer soll die Regierungsparteien ernst nehmen, wenn sie es selbst untereinander nicht tun?

Lesen Sie auch: Grundrente? Dobrindt wirft Konfetti

Für Arbeitsminister Hubertus Heil wiederum gilt: Wenn die Rentenversicherung eine überbordende Bürokratie bei der Umsetzung des Gesetzes fürchtet, muss er sich fragen lassen, ob er bei der Erarbeitung der Grundrentenpläne nicht etwas versäumt hat. Spätestens jetzt muss er hellhörig werden. Es ist sein Job, das Gespräch zu suchen und Lösungen zu finden. So schnell wie möglich.