Die junge, blonde Frau weint in die Kamera. Mit so einem Wirbel hätte Ruderin Nadja Drygalla nicht gerechnet, sagt sie. Ganz mag man ihr die Verwunderung nicht abkaufen. Nach ihren eigenen Aussagen verließ ihr Freund, zwei Monate vor ihrem Olympia-Auftritt, die NPD nur auf ihren Druck hin. Ein äußerst passender Zeitpunkt. Mit Problemen hatte Drygalla also doch schon vorher gerechnet.

Die überschwänglichen Mitleidsbekundungen aus Politik und Medienlandschaft verwundern, denn allen voran hat Drygalla das Olympische Dorf freiwillig verlassen. So lautet ihre Aussage und die der Sportfunktionäre. Wer sich Spekulationen zu Drygallas politischer Gesinnung verbittet, sollte die gleiche Fairness auch für den DOSB gelten lassen. Möglich wäre immerhin auch, dass sich das Gewissen der jungen Sportlerin erst im Rampenlicht der Öffentlichkeit regte. Dass ihr ihr Freund und sein braunes Gedankengut letztendlich eben doch peinlich waren.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.