Der Stern des Schauspielers Klaus Kinski ist gefallen, zerbrochen förmlich, seit den schweren Missbrauchsvorwürfen, die seine Tochter Pola in ihrem Erinnerungsbuch so glaubhaft vorbrachte. Und doch soll er in Bronze an seinem Platz bleiben, am Berliner „Boulevard der Stars“, wenn auch in veränderter Form. Wie diese Veränderung aussehen soll, darüber sagt die Jury nichts, sie reicht den schwarzen Peter, das Denk- in ein Mahnmal umzumünzen, an die Gestalter der Flaniermeile weiter.

Da waren die Bürger schon entschlossener, als sie nach Bekanntwerden der Vorwürfe die fünf Zacken des Sterns mit Stofftieren umsäumten. Auch eine Babypuppe lag dabei nebst Grußbotschaft in Form einer Schultafel: „Danke Klaus, es tut gar nicht mehr weh“. Wäre das vielleicht eine Idee für die Umgestaltung?

Im Januar hatte die Jury noch in einer ersten Stellungnahme geäußert, die Beurteilung „menschlicher Qualitäten“ stehe ihr nicht zu und müsse „anderen Instanzen vorbehalten bleiben“. Pola Kinski hat aus ihrer Abscheu gegenüber den posthumen Ehrungen für ihren Vater nie einen Hehl gemacht. Einfach einen Satz aus ihrem Buch in den Stern zu gravieren, wird aber kaum eine Lösung sein. Pola Kinski allein sollte entscheiden dürfen, was nun mit dem umstrittenen Bodenschmuck geschieht. Die „letzte Instanz“ sollte jedenfalls kein Architekturbüro sein.