,,Time for action'' war das Motto der Klimakonferenz 2019. 
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Berlin Zwei Wochen haben Gegner und Befürworter eines strengeren Klimaschutzes in Madrid verhandelt – und am Ende wenig mehr beschlossen als Nichts. Vor nur vier Jahren hatten sich die Staats- und Regierungschefs der Welt in Paris noch für ihr neues Klimaschutz-Abkommen feiern lassen. Es sollte die Basis dafür sein, die Erderwärmung zu bremsen – und damit das Absaufen etlicher Weltregionen und das Aussterben zahlreicher Tiere und Pflanzen.

Darin hatten sich die Staaten verpflichtet, 2020 ehrgeizigere Ziele dafür vorzulegen, wie sie den Ausstoß klimaschädlicher Gase vermindern. Nun, da der Countdown abläuft, hat man sich in Madrid erbittert gestritten, ob man einander an diese Frist überhaupt noch einmal erinnern dürfe.  

Versagen bei den Versprechen

Während sich die Politik mit der Debatte über die Debatte über die Umsetzung ihrer Versprechen aufhält, kommt der konkrete Umbau von Wirtschaft, Verkehr und Energieversorgung viel zu langsam voran, um die mit großer Geste verkündeten Klimaschutz-Ziele zu erreichen. Das Papier von Paris war noch geduldig. In Madrid müssen die Staaten, die für mehr Klimaschutz eintraten, es schon als Erfolg sehen, die aktive Abkehr von der Pariser Zielen verhindert zu haben.

Jeder Industriestaat hat seine eigenen Zwänge – mal macht die Industrie Druck, mal wehrt sich der Wähler gegen echte Zumutungen, mal haben längst die Klimawandel-Leugner das Ruder übernommen und bekämpfen nicht mehr den Klimawandel, sondern den Klimaschutz – wie USA und Brasilien. So bleibt als Kompromiss zwischen echtem Klimaschutz und der Rückkehr zur Umweltzerstörung nur der Stillstand. Das Versagen des Multilateralismus zeigte sich in Madrid voller Blüte.