Kommentar: Kriminalstatistik ist nur begrenzt aussagefähig

Die Bundesrepublik wird immer gefährlicher: Die Zahl der Straftaten hat im Jahr mit 5.997.040 nur knapp unter der psychologisch wichtigen Sechs-Millionen-Marke gelegen. Zugleich ist die Zahl der Wohnungseinbrüche rapide angestiegen. Auch die Kriminalität im Internet verbuchte mit knapp acht Prozent rapide Zuwächse.

Deutschland wird immer sicherer: Die Zahl der Morde, schwerer Gewalttaten, insbesondere durch Jugendliche, sowie Vergewaltigungen und Auto-Diebstähle ist teils deutlich zurückgegangen. Zugleich ist Quote der aufgeklärten Fälle nahezu stabil geblieben.

So widersprüchlich diese beiden Befunde sind, lassen sie sich je nach politischer Prägung oder persönlicher Vorliebe aus der Polizeilichen Kriminalstatistik ableiten, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) jetzt vorgestellt hat. Womit sich die Grenzen der Aussagefähigkeit dieser statistischen Erhebung gleich zeigen. Denn die Statistik kann nur erfassen, welche Gesetzesverstöße der Polizei aufgefallen oder gemeldet worden sind.

Bei all der üblichen Alarmierung, die sich in diesem Jahr auf die Zahl der Wohnungseinbrüche bezieht, zeigt sich ein deutlicher Trend: Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nimmt die Gewalt in der Gesellschaft nicht zu, sondern eher ab. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die bei all den wichtigen Debatten über Jugendkriminalität und Verrohung berücksichtigt werden sollte.