Willkommen im Club: Die Linke hat jetzt auch ein Parteiprogramm. Es macht die Partei noch linker, noch randständiger. Die große Leistung der Linken besteht darin, es ohne wüste Redeschlachten und Verletzungen verabschiedet zu haben. Ja, es gab keine Katastrophe. Man hat sich drei Tage manierlich benommen. Nur: Die Konflikte bleiben, die Lager bleiben, der Streit um das künftige Führungspersonal beginnt erst. So gesehen hat sich nichts verändert.

Weg ins Abseits

Ein Rätsel wird sein, wie und ob die Linke irgendwann im Bund mitregieren möchte. Ihr Programm ist ein Programm gegen die anderen, ihre Haltung ist der Lafontaine’sche Zorn auf SPD und Grüne: Wir haben recht, wir hatten immer recht. Die Linke hat sich in Erfurt noch weiter auf den Weg ins Abseits begeben. Sie glaubt, dass ihr die Herzen der Massen zufliegen, wenn sich die Finanzkrise weiter verschärft. Sie glaubt, mächtiger zu werden und der Konkurrenz die Spielregeln diktieren zu können.

Dafür spricht allerdings wenig bis nichts. Seit über drei Jahren ist Krise. In den Wahlen seither hat die Linke in den Ländern nur verloren. Ihr Zuspruch sinkt in großen Schritten. SPD und Grüne dürften noch weniger Lust auf Kooperation verspüren. Viele Leute bescheinigen ihr, Dinge richtig zu analysieren und richtige Fragen zu stellen. Aber nur wenige trauen ihr zu, die Verhältnisse verbessern zu können. Nach dem Erfurter Parteitag dürften es noch weniger sein.