US-Generalstabschef Mark Milley sagte vor dem Kongress, er habe in der Ära Trump dafür Sorge getragen, dass vor einem nuklearen Schlag alle Sicherheitsmechanismen eingesetzt würden, die vor solch einer Entscheidung laut Handbuch aktiviert werden müssen. Die Chinesen habe er angerufen, um sie zu beruhigen, dass aktuell kein Angriff geplant sei. Unklar bleibt, ob die Militärführung Trump für verrückt hielt und ihn daher quasi unter operative Kuratel stellen wollte. Die Erkenntnis der demokratischen Frontfrau Nancy Pelosi, dass Trump verrückt sei, habe der General „zu 100 Prozent“ geteilt. Die Diskussion hat nach der offenen Kritik der Generäle zum Abzugsbefehl Joe Bidens aus Afghanistan eine neue Dimension erhalten.

Es geht, wie der Enthüllungsjournalist Bob Woodward auf CNN sagte, mittlerweile um die Frage, ob man den „roten Kopf“ für den Atomschlag wirklich dem Zugriff eines einzelnen Mannes überlassen könne. Die Gründerväter hätten bei der dem vom Volk direkt gewählten Präsidenten gewährten Machtfülle nicht wissen können, dass dieser eines Tages in der Lage sein werde, mit seiner Entscheidung die ganze Welt auszulöschen. Eigentlich ist dieser Einwand seit einem halben Jahrhundert zutreffend.

Doch wir erleben weltweit eine Verschiebung, die sich bereits in den Bereichen Finanzen und Gesundheit vollzogen hat: In der Corona-Pandemie vollziehen die politischen Institutionen nach, was ihnen von medizinischen Wissenschaftlern vorgegeben wird. In Italien sitzt plötzlich der frühere EZB-Banker Mario Draghi am Steuer, ohne dass er je vom Volk ein Mandat bekommen hat.

Die gewählten Politiker verlieren an Vertrauen und an Bedeutung. An ihre Stelle könnten „Experten“ treten, die – vielleicht – kompetent sind, aber niemandem Rechenschaft ablegen müssen. Mit dem Einsatz von Söldner-Truppen in aller Welt ist dieser Trend auch schon im Militärischen angekommen, siehe Syrien, Libyen oder auch Afghanistan. Die zentrale Lehre aus dieser Entwicklung: Besser ist die Welt auf diese Weise nicht geworden.