Der Bundesrechnungshof hat die „lebenslange Vollausstattung“ für ehemalige Bundespräsidenten als unangemessen kritisiert. Jahreskosten zwischen 900 000 Euro und 2,3 Millionen Euro, unter anderem für Einrichtung und Unterhalt von Büroräumen, liefen „den Grundsätzen von Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit“ zuwider. Das kann man so sehen. Wie häufig nutzen Horst Köhler oder Joachim Gauck, die beide ihren 75. Geburtstag hinter sich haben, tatsächlich die ihnen lebenslang zugdachten Arbeitsräume? Sind die Ausgaben tatsächlich notwendig?

Nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten sind sie es vermutlich nicht. Aber darum geht es nicht, zumindest nicht allein. Es handelt sich bei Bundespräsidenten a.D. immerhin um die ehemals höchsten Repräsentanten Deutschlands; und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch um moralische Instanzen von Format. Sie befinden sich in aller Regel bereits in fortgeschrittenem Alter und starten im Anschluss an ihre Amtszeit keine weitere Karriere. Ihre Ausstattung im Ruhestand ist keineswegs üppiger als die anderer europäischer Staatsoberhäupter. Für die britische Königsfamilie zum Beispiel, die zu den reichsten der Welt zählt, berappen die Steuerzahler des Vereinten Königreiches  2018 umgerechnet rund 90 Millionen Euro. DAX-Vorstände und Bundesligaspieler erhalten ein Vielfaches dessen, was Personen an der Spitze unseres Landes während und nach ihrer Amtszeit verdienen.

Gleichwohl lädt das Thema „Wutbürger“ nachgerade dazu ein, „die da oben“ mal wieder zum Teufel zu wünschen und „das System“ gleich dazu. Ihnen sollte der Bundesrechnungshof keine Munition liefern und sich stattdessen um wirklich relevanter Geldverschwendung von Staats wegen widmen.  Allein das Dienstwagenprivileg zum Beispiel kostet die Öffentliche Hand jährlich mehr als drei Milliarden Euro – und damit so viel wie 1500 Jahre  „lebenslange Vollausstattung“ für Gauck und Co.