Seit fast 40 Jahren stellen wir zwei Mal im Jahr die Uhren um. Sowohl im Frühling als auch im Herbst schimpfen die Menschen pünktlich vor der Zeitumstellung über das Prozedere und führen dabei immer wieder die gleichen Punkte an: Es könne keine Energie gespart werden und schlecht für die Gesundheit sei das Ganze auch noch. Dem stehen Untersuchungen entgegen, die der längeren Helligkeit einen positiven Einfluss auf die Gesundheit zumessen. Die Sommerzeit ist also alles andere als unumstritten.

Deshalb befasst sich auch die Europäische Union seit einigen Wochen mit diesem Thema. Im Februar hat sich das Europäische Parlament mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Für und Wider der Zeitumstellung genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie sähe eine dauerhafte Lösung aus?

Am Ende könnte durchaus dabei herauskommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird. Schließlich sprechen sich nicht nur in Deutschland Mehrheiten eben dafür aus. Allerdings würde im Anschluss eine weitere Entscheidung notwendig. Geklärt werden müsste die Frage, ob in der Europäischen Union dauerhaft die Winter- oder die Sommerzeit gelten soll. Bisher spielt diese Frage in den Debatten kaum eine Rolle.

Dabei ist ihr Ausgang von Bedeutung: Sollte man sich für die Winterzeit entscheiden, dürften dies viele Menschen als Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität empfinden. Das Leben spielt sich draußen ab, miteinander, auf Plätzen und Straßen, auch und gerade an langen warmen Abenden im Sommerhalbjahr. Wer wollte das missen? Auch an den ersten Tagen nach der Zeitumstellung, wenn es auf einen Schlag am Feierabend noch nicht dunkel ist, zeigen sich die Vorzüge der Sommerzeit.

Die EU mag die Zeitumstellung abschaffen. Sie sollte sich dann aber für die Sommerzeit entscheiden.