Lange schien es, als sei die Mitte eine erstrebenswerte Umgebung für die meisten. Politisch galt das sowieso, seit auch Grüne und Linke sich weitgehend als bürgerlich saturierte Kräfte präsentierten. Die große Koalition war weit größer als der für die politische Verbindung reservierte Name vermuten ließ. Ohne einen eigens verabschiedeten Koalitionsvertrag hatten sich die Be- und Anwohner der Mitte auch über die kulturellen Standards verständigt.

Es gehört zu den Mustern des anerkannten kulturellen Geschmacks, regelmäßig „Tatort“ zu schauen, Grönemeyer zu hören und bei Welt- und Europameisterschaften Özil, Boateng und Hummels zuzujubeln. Das bis vor Kurzem weltweit beliebte Deutschland ist eines des guten Fußballs, des gepflegten ökologischen Bewusstseins und der kulturellen wie politischen Aufgeschlossenheit. Die Jahre, die nach dem Wirtschaftswunder kamen, dürfen in Ost wie West als jene glückliche Zeit des Gelingens angesehen werden, in der man das Zeitalter der Extreme im Allgemeinen und des Nationalsozialismus im Besonderen hinter sich gelassen hat.

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