Es ist das Paradies auf Erden, aber anders als das Himmelreich der Bibel steht es nur ganz Wenigen offen und ganz sicher nicht den Armen und Schwachen. Wer als Normalmensch ordentlich spart, kann vielleicht auf den Bermudas oder auf den britischen Jungferninseln im  Urlaub die Sonne genießen.

Seine Ersparnisse wird er dort nicht unterbringen können. Dieses Privileg genießen die großen Konzerne mit ihren Milliardenprofiten und die Vermögenden. Sie können dort ungestört vom staatlichen Zugriff und ohne Rücksicht auf die Belange der Allgemeinheit ihrer Gier frönen und den Reichtum mehren.

Dieser  Skandal ist seit langem Teil unsers Wirtschaftslebens und seit langem bekannt. Die internationalen Journalistennetzwerke machen sich dadurch verdient, dass sie Namen nennen, den allgemeinen Missstand aus der Anonymität herausholen und ihn so greifbar und sichtbar werden lassen.

Lux-Leaks, Panama-Papers und nun Paradise-Papers. Durch diese und andere Enthüllungen bekommt das schamlose Profitstreben ein Gesicht.  Und die Empörung, die jedes Mal folgte, ist nicht folgenlos geblieben. Immer mehr Staaten beteiligen sich am  allgemeinen Informationsaustausch und gewähren so ausländischen Ämtern Einblicke auf Konten an ihren Finanzplätzen.

In rund 80 Ländern ermitteln Behörden gegen die panamesische Anwaltskanzlei Mossack Fonseca und deren Kunden. Trotzdem bleibt der Kampf gegen Steuerflucht und Steuervermeidung ein Hase- und Igel-Spiel, bei dem die Politik stets hinterherhechelt.

Vergleichsweise leicht fiel es, Druck auf Panama auszuüben. Und selbst die Schweiz musste sich bewegen und ihr Bankgeheimnis aufgeben, als die USA und die Europäische Union die Muskeln spielen ließen.

Mächtige Verbündete

Doch die Schattenfinanzplätze haben mächtige Verbündete, die einen Durchbruch verhindern. Wenn es gegen Banken aus Zürich, Frankfurt oder Paris geht, gehen die Vereinigten Staaten mit aller Härte gegen die Schattenwirtschaft vor.

Zu Hause pflegen sie ihre eigenen Offshore-Plätze wie Delaware oder Nevada. Ähnlich verlogen tritt Großbritannien auf, das offiziell gegen Steuerflucht kämpft und zugleich die eigenen Überseegebiete gewähren lässt. Auch deswegen bedarf es noch vieler Leaks, um dieses Treiben zumindest einzudämmen.