Berlin - Es ist ein schreckliches Déjà-Vu. Während islamistische Terroristen das Jahr in Paris mit Anschlägen unter anderem auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo eröffneten, so scheinen sie es nun auch beschließen zu wollen. Nur dass jetzt alles noch viel schrecklicher ist. Mindestens 120 Tote – das ist unfassbar. Die Bilder von auf den Rasen flüchtenden Fußballfans mit verängstigten Kindern gingen um die Welt und werden sich dort tief einprägen. Denn im Sommer nächsten Jahres soll die Fußball-Europameisterschaft stattfinden. In Frankreich!

Maximale Aufmerksamkeit

Neben den bekannten Bildern und dem bekannten Entsetzen sind auch die bekannten Fragen wieder da: Wer waren die Täter? Wer sind die Hintermänner? Gibt es Verbindungen nach Deutschland? Und, diese Frage ist neu: Kann und wird die Fußball-EM 2016 wie geplant ausgetragen? Werden sich die Fans ins Land trauen? Und die Profis selbst?

Die Täter haben fürs Erste erreicht, was sie wollten: Maximale Aufmerksamkeit zu einem Zeitpunkt, zu dem es sich Europa gemeinhin auf dem Sofa gemütlich macht. Sie werden vermutlich auch noch etwas anderes erreichen: Das Anheizen islamfeindlicher Stimmungen, die in Europa ohnehin schon weit verbreitet sind und die Flüchtlingsdebatte mal unterschwellig, mal offen begleiten.

Die Ereignisse von Paris sind nicht nur ein schreckliches Déjà-vu. Sie sind fatal. In jeder Hinsicht. Wenn man wissen will, was Terror ist und bedeutet: In Paris kann man es sehen.