Die deutschen Bundesländer schlagen Alarm. Statt 300.000 Flüchtlinge könnten in diesem Jahr durchaus auch 500.000 kommen, sagen sie. Man kann das als Versuch verstehen, Druck auf Berlin auszuüben. Aber man sollte den Alarm ernst nehmen.

Die Aufnahme von Flüchtlingen sorgt bundesweit für Spannungen, manchmal bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. Und das keineswegs nur in Ortschaften, die es ohnehin schwer haben, wie etwa in Tröglitz im südlichen Sachsen-Anhalt, sondern auch in reicheren und vermeintlich weltoffeneren Gegenden wie Hamburg. Dort wird das meist weniger zur Kenntnis genommen. Ein ostdeutsches Dorf passt da besser ins Klischee.

Es geht ums Geld

Die Lehre aus diesen Spannungen für die Politik sollte sein, dass sie sehr viel offener und auch mutiger erklären muss, was auf die Bürger zukommt. Zu sagen, die Flüchtlinge werden uns nichts kosten, verschärft die Probleme nur. Bund und Länder werden sich noch viel stärker als bisher darauf konzentrieren müssen, die Kommunen zu entlasten. Und schließlich müssen die Asylverfahren schneller und effizienter werden. Das ist im Interesse aller.

Mag sein, dass die Länder die Lage dramatisieren. Das geschieht eigentlich immer, wenn es zwischen Bund und Ländern letztlich um eines geht: um Geld. In diesem Fall geht es aber um mehr: um Humanität und inneren Frieden. Beides sollte uns etwas wert sein.