Berlin - Millionen von deutschen Urlaubern konnten in den vergangenen Wochen eine Erfahrung machen, die eigentlich der Vergangenheit angehören sollte: wie es nämlich ist, an der Grenze zum Nachbarland  Österreich im Stau zu stehen.

Seit 2015, als zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland kamen, kontrollieren die deutschen Behörden an den Autobahn-Grenzübergängen sowie an einigen Bundesstraßen zwischen Bayern und Österreich. Und natürlich stehen nicht nur Urlauber im Stau. Sondern auch Pendler, Lkw-Fahrer, Geschäftsleute, Handwerker. Also Leute, die aus beruflichen Gründen die Grenze überqueren und zum Teil auch Fracht transportieren.

Ökonomen und Wirtschaftsvertreter fordern jetzt lautstark, die Kontrollen aufzuheben und zum Normalzustand zurückzukehren. Denn eigentlich sind Grenzkontrollen im Schengen-Raum grundsätzlich abgeschafft. Staus und Wartezeiten verursachen Kosten für die Wirtschaft. Sie müssen etwa mehr Geld für Personal und Lagerhaltung aufwenden. Gerade größere Industrie-Unternehmen sind darauf angewiesen, dass die Zulieferer-Logistik in ganz Europa ungehindert funktioniert.

Deshalb ist es richtig: Die Kontrollen zwischen Deutschland und Österreich gehören abgeschafft. Ihr Nutzen ist beschränkt. Der Schaden, den sie anrichten, ist enorm. Die Grenze zwischen beiden EU-Ländern ist 800 Kilometer lang. Die Kontrollen an der Autobahn sind längst reine Symbolpolitik vonseiten des Innenministers – ohne Rücksicht auf Verluste und die Belange derjenigen, die täglich die Folgen zu tragen haben.