Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano ist ein ehrenwerter Mann und ganz gewiss kein Clown. Ein wenig mehr clowneske Großzügigkeit aber täte ihm doch gut. Den SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück mit Gesprächsentzug zu bestrafen, nur weil er die beiden italienischen Wahlgewinner Silvio Berlusconi und Beppe Grillo als Clowns und Populisten bezeichnet hat, ist arg übertrieben. Grillo ist ein bekennender Komiker, und Berlusconi kann angesichts seiner Umtriebe froh sein, wenn er nur als Clown bezeichnet wird. Populisten sind sie alle beide.

Wo ist also das Problem, Signore Presidente? Finden Sie, der deutsche Sozialdemokrat habe die italienischen Wähler beleidigt, die so abgestimmt haben? Man möchte hoffen, dass sie wussten, was sie taten und zu den Folgen ihres Tuns stehen. Dazu gehört dann auch, kritische Bemerkungen aus dem Ausland zu ertragen.

Peer Steinbrück ist Parteipolitiker und noch kein Kanzler, der gewiss anderen diplomatischen Rücksichten zu folgen hat als ein Wahlkämpfer, der auf einer Veranstaltung unter dem Motto Klartext auftritt.

Also, was soll die Aufregung, zumal die künstliche aus der CDU: Kanzlerkandidat Steinbrück habe Italien beleidigt, er „schädigt dem Ansehen Deutschlands“ (Originalzitat Unions-Fraktionsvize Michael Meister) und sei unanständig? È una cosa da far ridere i polli – da lachen ja die Hühner.