Essen - In der AfD geht es ruppig zu, das ist bekannt. Die Schlacht aber, die sich die Parteimitglieder am Wochenende in Essen geliefert haben, ist politischer Hooliganismus. 3400 Menschen in einer überhitzten Halle, die sich bei jeder Gelegenheit ausbuhen, niederbrüllen und wortreich daran erinnern, dass man einander doch bitteschön zuhören sollte als gute Bürger und Demokraten.

Frauke Petry, die harte Dame aus Sachsen, hat ihren Chef, den ebenso vornehmen wie eitlen Ökonomieprofessor Lucke zu Kleinholz verarbeitet wie einen blutigen Anfänger.

Natürlich rückt die neue AfD jetzt deutlich weiter nach rechts. Mit Petry hat sich die Partei die genau passende Anführerin gewählt. Eine provozierende Demagogin, einen Machtmenschen, der etwas werden will, der hemmungslos Ängste schürt und sich für keine Grobheit zu schade sein wird.

Petry spielt gerne mit dem Feuer, sie ist deutlich skrupelloser und deutlich kälter als Lucke. Sie hat sich nie verstellt, sie will eine nationalkonservative Partei, die rechts von der CDU alles aufsaugen kann. Dafür wird ihr so gut wie jedes Mittel recht sein.

Auf Lucke und seine eher gemäßigten Alternativen aus der Euroskeptikerecke pfeift sie. Und wahrscheinlich geht ihre Rechnung auf, die Zeiten sind danach: Der zu erwartende Mitgliederschwund durch enttäuschte Lucke-Anhänger wird durch den Zuwachs rechtsaußen locker ausgeglichen. Dazu muss sie nur weiter die Tonlage verschärfen, hier ein bisschen hetzen, dort ein bisschen Öl ins Feuer gießen. Dann kommt das Pegida-Volk gerannt.