Auch der Volksmund kann irren, aber in diesem Falle hat er Recht: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Es ist richtig, dass das Oberlandesgericht München (OLG) den NSU-Mordprozess um drei Wochen verschiebt und die Sitzplätze für Journalisten neu vergibt. Das wurde zwar vom Bundesverfassungsgericht nicht verlangt; nach seinem Beschluss, mit dem es in der vergangenen Woche die Akkreditierung gerügt hatte, hätte es durchaus genügt, mindestens drei Plätze auf andere, weniger aufwendige Weise an ausländische, insbesondere türkische Medien zu vergeben.

Und die Verschiebung bedeutet für etliche Nebenkläger und Hinterbliebene, die am Prozess teilnehmen wollten, eine Katastrophe. Sie alle hatten sich seelisch auf den Beginn des Verfahrens eingestellt und fühlen sich jetzt zurückgestoßen, viele hatten Urlaub genommen und fühlen sich jetzt vom Gericht kalt ausgesperrt. Dennoch ist die Verschiebung richtig – unter der Bedingung, dass das OLG aus seinem bisherigen Versagen die richtigen Konsequenzen zieht.

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