Im Prinzip ist es eine gute Nachricht, dass an diesem Montag die Demonstration der islamophoben Pegida in Dresden unterbleibt. Denn jeder Pegida-Aufmarsch ist ein Aufmarsch rassistischer Ressentiments, nationalistischer Wallungen und des kaltherzigen Egoismus. Zu beklagen ist darum auch jetzt nicht der Ausfall der Montagsdemonstration, sondern allein der Grund.

Die Polizei hat nicht nur die Pegida-Versammlung, sondern alle für den Montag geplanten Demonstrationen unter Hinweis auf möglicherweise drohende Attentate von Dschihadisten verboten. Es ist durchaus alarmierend, wenn Bürger ihr Grundrecht, sich unter freiem Himmel zu versammeln, nicht wahrnehmen können, weil Terroristen ihr Leben bedrohen – seien die Motive der Demonstranten auch noch so widerlich.

Bedrohlich ist allein der islamistische Terror, nicht der Islam. Selbstverständlich werden die Pegida-Leute das Demonstrationsverbot als Beleg ihrer These von der Islamisierung Deutschlands propagandistisch zu vermarkten versuchen, so wie ihnen auch die Mordopfer von Paris als Trophäen dienen. Doch ist und bleibt das Gerede von der drohenden Islamisierung Deutschlands eine Lüge. Die akute Gefahr durch islamistische Terroristen hingegen wird niemand bestreiten. Aber auch für ihre Beherrschbarkeit durch die deutschen Sicherheitsbehörden haben die Verbote ein weithin sichtbares Zeichen gegeben: Die Polizei war offensichtlich über alle Terrorpläne informiert.