Björn Höcke (Archivbild).
Foto: Jens Meyer/AP

HalleVor der Tat von Halle wurde geredet.

Am 26. September 2015 zum Beispiel erklärt der AfD-Politiker Björn Höcke auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative Berlin: „Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen.“

Kurz danach, im Oktober 2015, sagt Höcke: „Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“

Im Januar 2017 spricht Höcke in Dresden über das Berliner Holocaust-Mahnmal, das an den millionenfachen Mord an den europäischen Juden erinnern soll: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Im Juni 2018 spricht der AfD-Parteichef Alexander Gauland öffentlich über den Nationalsozialismus. Er sagt „Hitler und die Nazis“ seien „nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“.

Im Wahlprogramm der sachsen-anhaltinischen AfD wird im Jahr 2016 festgehalten: „Eine einseitige Konzentration auf zwölf Unglücksjahre unserer Geschichte verstellt den Blick auf Jahrhunderte, in denen eine einzigartige Substanz an Kultur und staatlicher Ordnung aufgebaut wurde.“

Das alles wurde vor dem 9. Oktober 2019 gesagt und erklärt.

Am 9. Oktober versucht ein 27-jähriger Rechtsextremer aus Sachsen-Anhalt, mit Waffengewalt eine Synagoge zu stürmen. Er erschießt zwei Menschen.

Am 9. Oktober 2019 twittert die AfD-Politikerin Beatrix von Storch: „Der Angriff auf eine jüdische Synagoge am Jom Kippur ist ein widerwärtiger Akt der Gewalt. Ein solcher Anschlag ist ein Angriff auf die ganze Nation. Solidarität mit unseren jüdischen Bürgern.“

Das sind die Worte nach der Tat.

Und auf der Homepage der sachsen-anhaltinischen AfD steht zu Halle noch am Morgen des 10. Oktober: Nichts.