Wenn einer wie Markus Söder (CSU) den Mund aufmacht, kommt allemal eine Infamie heraus. Noch war das Blut auf dem Boden des Konzertsaals Bataclan nicht abgewaschen, in dem 89 Menschen von Terroristen des IS ermordet worden waren, da hatte der bayerische Finanzminister bereits getwittert, Europa müsse sich besser schützen vor Feinden, die vor nichts zurückschreckten: „Die Zeit unkontrollierbarer Zuwanderung und illegaler Einwanderung kann so nicht weitergehen. Paris ändert alles.“

Kein Flüchtling ist bisher verdächtig, an den Anschlägen von Paris beteiligt gewesen zu sein. Söder redet so, wie der stellvertretende Sprecher der sich allmählich rechtsradikal gebärdenden AfD, Alexander Gauland, nach den Morden an den Redakteuren von Charlie Hebdo im Januar dieses Jahres geredet hatte. Auch Gauland hatte nicht gewartet, bis die Leichen kalt geworden waren, sondern sie unverzüglich öffentlich geschändet: „All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft.“

Söder und Gauland, Gauland und Söder – Schulter an Schulter. Wenn sich in den Beiden tatsächlich die geistige Substanz abbildet, aus der sich angeblich die europäische Idee und die deutsche Leitkultur ans Licht ringen, dann wird es dunkel in Europa und Düsternis das bestimmende Lebensgefühl der Deutschen.