Kommentar zur Frauenquote: Die Fehler der Quoten-Gegner

Wer einen Streit verliert, ärgert sich. Wer sich eingestehen muss, die Niederlage selbst mit verursacht zu haben, fängt mitunter an zu toben. So muss es Erika Steinbach gegangen sein, als sie festgestellt hat, dass die Frauenquoten-Abstimmung im Bundestag gar nicht hätte stattfinden müssen. Die Koalitionsmehrheit hätte im Rechtsausschuss die entsprechenden Anträge vertagen können – so kurz vor Ende der Wahlperiode wäre das Thema damit in der Versenkung verschwunden.

Aber die Quoten-Gegner haben geschlafen: Sie wussten, dass es in den eigenen Reihen jede Menge Befürworter der Quote gibt. Die haben aus ihrer Meinung kein Geheimnis gemacht, sie haben auch schon frühzeitig die Scheu vor anderen Parteien überwunden und eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Es wäre zu ahnen gewesen, dass die Quoten-Abstimmung mehr ist als Gedöns – zumal einer der Anträge aus dem Bundesrat kam – mit Unterstützung zweier unions-geführter Länder.
Die Quoten-Gegner haben sich entschlossen, all das zu ignorieren. Als sie ihre Mehrheit hätten einsetzen können, haben sie es nicht getan. Hinterher haben sie sich beschwert, dass Ursula von der Leyen der Partei eine Minderheitsmeinung aufdrücken wolle. Steinbach hat daraus gar eine Rücktrittsforderung an von der Leyen abgeleitet. Wenn die Ministerin wirklich gehen würde, dann hätte die CDU erst recht ein Problem.